Musik hat uns verbunden

Heiko&Maiko sind Top-DJs. Sie wurden für "Jump auf Tour mit Europcar" mit dem German DJ Award für die beste Radio Sendung ausgezeichnet! Sie sind Autoren von solchen Musikprojekten wie „Techno Rock“, „Sonnenschein“ und „Glücklich“. Der letzte aus dieser Reihe wurde in fünf Weltsprachen (ins Russisch darunter) übersetzt, das Video dazu wurde zum Dauerbrennen in den Hitparaden der weltbekannten Musiksender «MTV» und «VIVA». Als wir sie auf einer Party in Halle kennenlernten, machten wir sofort ein Interview mit diesen DJs.

Heiko&Maiko

Baschkirienheute: Wie viel Jahre arbeiten Sie schon zusammen?

Heiko&Maiko: Drei Millionen! (lachen) Seit 1994 ungefähr…15 Jahre auf jeden Fall.

Baschkirienheute: Wie haben Sie Ihre DJ- Karriere angefangen?

Heiko&Maiko: Das hat schon ganz zeitig angefangen, also praktisch im Jugendalter. Man hat sich dafür in der Schule interessiert: wir machten Musik auf Schulfesten, man betraute uns verantwortungsvolle Aufgaben und von Mal zu Mal wurde man immer besser. Ursprünglich war die Musik für uns nur ein Hobby, aber dann hat diese Zuneigung immer mehr Zeit in Anspruch genommen und ist endlich zum Beruf geworden. Das war ein ganz langer Weg, der 16 - 20 Jahre lang dauerte.

Baschkirienheute: Wie haben Sie Ihr Radio-Projekt in Gang gesetzt?

Heiko&Maiko: Wir haben verschiedene Veranstaltungen gemacht, in Klubs gespielt, große Galas und Messen moderiert, also, alles Mögliche. Da knüpften wir interessante Kontakte an und lernten wir auch Leute vom Radio kennen. Einmal schlug jemand von ihnen vor: „Kommt doch einfach mal her, gucken wir mal, was wir machen können“ und so sind wir dann zum Sputnik gekommen. Und dann wechselten wir zum Radiosender „Jump“.

Baschkirienheute: Und was gefällt Ihnen am meisten an diesem Beruf?

Maiko: Die Musik.

Heiko: Aha (lachen). Auch kostenlose Getränke, kostenlose Hotels, Flüge hin und her (lachen) Also, ehrlich gesagt, am meisten gefällt es uns, Leute mit Musik glücklicher zu machen.

Maiko: Und wir lieben Musik. Falls man damit Geld verdienen kann, was man liebt, ist das doch super. Und man kommt halt wirklich in Gegenden, wo man normalerweise nie hinkommen würde. Zum Beispiel Ufa…oder an den Baikalsee… oder Afghanistan.

Baschkirienheute: Das ist doch gefährlich!

Heiko&Maiko: Ja, jetzt ist es gefährlich, aber als wir dort waren, da ging es grade noch.

Baschkirienheute: Gibt es negative Seiten von Ihrem Beruf?

Heiko: Natürlich. Man hat viel Stress infolge des Schlafdefizits und weil man dauernd unterwegs ist. Überall ist es sehr hektisch. Und du bist solch ein ewiger Pilger, der immer fliegt, Kilometer frisst… Aber trotzdem bist du zu spät im Klub und dort herrscht auch ein wüstes Chaos.

Maiko: Es kann auch passieren, dass der Klub nicht sehr gut ist und die Technik nicht stimmt. Oder die Leute sind Scheiße. Unsere Musik kann manchmal ins Konzept, das der Klubbesitzer verfolgt, nicht recht hineinpassen, und dann ist es dem Publikum nicht klar, was wir eigentlich präsentieren und wie man dazu tanzen soll.

Heiko: Ja! Und nach dieser mühsamen Arbeit muss man wiederum irgendwohin fahren oder ans andere Ende der Welt fliegen. Man wacht mitunter auf und fragt sich selbst: „Wo bin ich?“

Baschkirienheute: Das heißt, dass Sie trotzdem ein bisschen schlafen?

Heiko&Maiko: Wir schlafen uns später aus. Unser Wochenende ist dann Montag und Dienstag. Am Freitag und Samstag sind wir meistens unterwegs und arbeiten.

Baschkirienheute: Wie akzeptieren Ihre Verwandten und Freunde Ihre Lebensweise?

Heiko&Maiko: Schwer, aber mit Geduld. Man kann nächstes Mal nach Hause von einem anderen Kontinent anrufen oder wegen schlechter Verbindung gar nicht telefonieren. Aber wir machen alles Mögliche, um in dieser ewigen DJ-Hektik unsere Verwandten und Freunde nicht zu vergessen und Zeit mit ihnen zu verbringen.

Baschkirienheute: Und welche Länder haben Sie schon besucht und welche möchten gern besuchen?

Heiko: Also, besucht haben wir schon viele. In den letzten Jahren waren wir vielmals, zum Beispiel, in Russland, Weißrussland, Ukraine. Wir interessieren uns auch für eine andere Richtung. Wir würden gern in andere Länder fahren, wo es, beispielsweise, warm ist.

Maiko: Genau! Brasilien, Portugal, keine Ahnung…Was es da so alles gibt? Ach ja- Amerika, Miami geht auch. Da waren wir noch nie. Aber es kommt noch. (lachen)

Baschkirienheute: Und welches Land der Ostregion gefällt Ihnen am meisten?

Heiko&Maiko: Ach, das schönste Land ist Russland.

Baschkirienheute: Und welche Stadt?

Heiko&Maiko: Das kann man so nicht sagen. Die russische Partykultur im Großen und Ganzen gefällt uns.

Baschkirienheute: Womit denn?

Heiko&Maiko: Ihr habt selbst gesehen, was hier in Halle passiert. Es interessiert keinen Menschen, was für Musik gespielt wird. Die Deutschen gehen lieber zu irgendeiner abgefuckten 80er-Jahre-Party statt eine neue, gute Musik zu hören. Auch wenn sie kommen, dann stehen sie eher herum, trinken ihre Cola und wackeln mal mit dem Kopf. Wenn man in Russland in einem Klub ist, da wird halt gefeiert! Und wir, DJs, sind sehr froh diese positive Reaktion zu sehen, dass die Leute unsere Musik hören, verstehen und drauf reagieren.

Baschkirienheute: Und wie wählen Sie den Ort, die Stadt, wo Sie auftreten werden?

Heiko&Maiko: Wir wählen aber keine Stadt…

Baschkirienheute: Wer denn?

Heiko&Maiko: Eher wählt die Stadt uns. Also, wir gehen da nicht hin und sagen: “Wir wollen heute in Moskau oder Ufa spielen“, sondern andersrum, die Leute aus Ufa sagen: “Wir wollen Heiko&Maiko haben!“

Baschkirienheute: Und wie finden diese Menschen Sie?

Heiko&Maiko: Sie finden uns…im Internet, glaube ich. Ihr Interesse für uns erweckt unsere Musik, die sie in den Klubs von Moskau, Sotchi oder in was-weiß-ich-wo hören und beschließen dann: „Das gefällt uns, diese beiden möchten wir mal persönlich sehen“. Dann surfen sie im Internet und suchen nach den Links auf uns. Das ist so einfach heutzutage: man gibt in der Suchzeile „Heiko&Maiko“ ein. Man findet die Seite mit allen Telefonnummern und Adressen und buchen unser Auftreten. Dann rufen sie unsere Agentur an und sagen: „ Wir wollen das Konzert von diesen DJs“. Die Agentur bestimmt Einzelheiten und da haben wir ein neues Konzert!

Baschkirienheute: Arbeiten Sie non-stop während irgendwelcher Feiertage? In Russland verdienen die Künstler ganz viel zum Silvesterfeier, man nennt diese gewinnbringende Zeit „Silvesterfieber“.

Heiko&Maiko: In Deutschland ist es schwerer. Die Klubbesitzer entweder machen den Klub zu oder laden keine Celebrities ein. Das Publikum kommt sowieso zu Silvester. Die Leute kommen in den Klub nicht, weil Heiko&Maiko dort spielen, sondern weil wir traditionell Silvester, im Unterschied zu Weihnachten, nicht zu Hause feiern. Und die Klubbesitzer sparen ihr Geld, sie profitieren mehr, wenn sie uns zwei Wochen später, im Januar, einladen.

Baschkirienheute: Und geben Sie auch Wohltätigkeitskonzerte?

Maiko: Hm…Haben wir schon solch ein Konzert gemacht?

Heiko: «Stars for free». Na ja, aber das war nicht wirklich wohltätig.

Maiko: Nee?

Heiko: Nein! (lachen)

Maiko: Okay, aber ich dachte, dass man damals keinen Eintritt bezahlt hatte.

Heiko: Wohltätig ist, wenn du es jemandem spendest, der es braucht.

Maiko: Gut. Das bedeutet, dass wir dazu noch nicht gekommen sind. (lachen) Wenn es solch eine Möglichkeit gibt, würden wir es natürlich machen. Aber bis jetzt hatten wir noch keine Chance…

Baschkirienheute: Die nächste Frage kann ziemlich provokativ sein, aber wer ist der Führer in Ihrem Tandem?

Maiko: Er!

Heiko: Ich! (lachen). Wir dachten darüber eigentlich nie nach. Wir arbeiten immer zusammen. Jeder hat seine eigenen Pflichte. Etwas macht Maiko besser, in etwas anderem bin ich Profi. Zwischen uns herrscht Harmonie.

Baschkirienheute: Woran arbeiten Sie jetzt?

Heiko&Maiko: Wir suchen permanent etwas Neues. Wir haben gerade eine neue Single vor einer Woche produziert. Es wird noch einige Zeit anstehen, bevor diese Single überall bekannt wird, in den Charts höher steigt, Leute beginnen sie zu kaufen. Es ist jetzt die Zeit, an einem anderen Track zu arbeiten. In den nächsten Wochen, wenn das möglich wird, hocken wir im Studio und tauchen ins Schaffen.

Baschkirienheute: Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor? Was werden Sie tun, wenn Sie, zum Beispiel, 50 Jahre alt sind.

Heiko&Maiko: Ach, das ist schon bald. (lachen) Es ändert sich, wahrscheinlich, nicht so viel. Wir setzen unsere Musikkarriere fort.

Baschkirienheute: Gute Ansichten. Und die letzte Frage. Geben Sie oft Interview?

Heiko: In Russland- immer. Und hier, zu Hause ist das das erste Interview seit langer Zeit.

Maiko: Und das sind Frauen aus Russland!

Baschkirienheute: Wir bedanken uns bei Ihnen für ein interessantes Gespräch. Hoffentlich, sehen wir Sie in einem Klub wieder. Wir wünschen Ihnen einen kreativen Erfolg!

Heiko&Maiko: Wir treffen uns bestimmt noch mehrmals!

Maiko

Julia Baydzhanova, Sofya Kovalenko
August 2010